Mit Feuerwehrjugend für Demokratie

Odenwälder Echo 28. Januar 2011  |  gso/e

Gesellschaftliches Engagement: Besondere Allianz für das Gastspiel der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

ERBACH. 

Anschauungsunterricht für den Bedarf, die Demokratie gegen neue Anfechtungen von rechts zu verteidigen, ließen sich diese Woche im Erbacher Feuerwehrhaus zahlreiche Schülerinnen und Schüler geben. Dort nämlich führten Aktive des Bündnisses „Odenwald gegen Rechts“ wie Irmhild Rittmeyer (links) durch die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“. Foto: Guido Schiek

Informieren und aufrütteln will die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) mit ihrer Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“. Gedacht ist diese vor allem als Vorbeugung gegen eine Wiederausbreitung von Hass und Gewalt gegen Fremde und Andersdenkende in der Gesellschaft. In diesem Sinne hat sich in der Region eine besondere Allianz gebildet: Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ hat die Präsentation gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren des Odenwaldkreises nach Erbach geholt und für die Vermittlung der Inhalte gesorgt.Gezeigt wird die kommentierte Dokumenten-Sammlung in dieser Woche im Schulungsraum des Feuerwehr-Stützpunkts. Vor allem Schüler diverser Klassen an Odenwälder Schulen nutzten die vergangen Tage zu einem Besuch, um sich ein Bild von den Gefahren eines Wiederauflebens nationalsozialistischen Gedankenguts zu machen. Aber auch Bürger meldeten sich einzeln oder in Gruppen beim Bündnis „Odenwald gegen rechts“ an, dessen Mitglieder durch die Ausstellung führten. Sie erfuhren so Aufschlussreiches über Ideologie und Praxis des Neofaschismus sowie die Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.

Besuch und Infos

Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ im Erbacher Feuerwehrhaus ist noch einmal zu sehen am heutigen Freitag (28.). Auf die Vereinbarung von Besuchszeiten freut sich das Bündnis „Odenwald gegen Rechts“, Irmhild Rittmeyer, Telefon 06061 969911. Weitere Informationen: www.jf-hessen.de.

Die größte Sicherheit für eine breite Streuung ihrer Botschaft aber gab der Präsentation das Mitwirken der Odenwälder Nachwuchs-Brandschützer. Unter dem Titel „Jugendfeuerwehr gegen Rechts“ wollen deren Betreuer dazu beitragen, die Mädchen und Jungen im Odenwaldkreis gegen jede Tendenz zum Nationalsozialismus zu wappnen. Jugendwarte und Helfer trafen sich deshalb in den Ausstellungsräumen zu gleich zwei Erörterungen. „Auch in der Jugendfeuerwehr geht es um den klaren Auftrag, demokratische Werte zu vermitteln. Nicht nur aufgrund der rechtlichen Vorgaben, sondern auch unseres Selbstverständnisses wegen, gilt es, die Kinder und Jugendlichen zu kritisch denkenden, mündigen und demokratisch handelnden Bürgern zu erziehen“, erklärt dazu Kreisjugendfeuerwehrwart Norbert Heinkel. „Jugendfeuerwehren - Struktur fit für Demokratie“ heißt ein dazugehöriges Modellprojekt des Bundes, das die Deutsche Jugendfeuerwehr mit ihrem Programm „Kompetent für Demokratie, Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“ anwendet. Es geht dabei darum, Strukturen zu entwickeln und zu integrieren, die Hilfestellung leisten im Umgang mit rechtsextremistischen Provokationen und die gegen undemokratisches Gedankengut und Verhalten stärken. So soll eine systematische und strategische Präventions- und Interventionsarbeit ermöglicht werden. Anregungen und Anleitungen für die Vertreter der Odenwälder Jugendfeuerwehr gab nun Manfred Forell aus dem Landkreis Bergstraße, der in einem Vortrag aufzeigte, wie man Rechtsextremismus erkennt und wo Hilfe zu bekommen ist. Er ging in seinem Referat auch auf die Ausbreitung von Gruppierungen in der Region ein. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Erläuterungen von Irmhild Rittmeyer („Odenwald gegen Rechts“) zu der umfangreichen Schaubild-Sammlung. Zu Weiterbildungsmöglichkeiten und Hilfe von der Hessischen Jugendfeuerwehr referierte Oliver Meyer.