Ausstellung "Legalisierter Raub"

 

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks. Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

 
Ausstellungsstation Michelstadt 
 
 

Dienstag, 10. November 2015 bis Sonntag, 28. Februar 2016

 

Odenwald- und Spielzeugmuseum

Einhardspforte 3, 64720 Michelstadt

  

  Öffnungszeiten: Dienstag- Sonntag: 13 – 17 Uhr    

Für Schulen und Gruppen öffnet die Ausstellung auf Anfrage auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten.

Eintritt: frei

Gruppenführungen: 1 Euro pro Person

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Landrats des Odenwaldkreises Frank Matiaske. 

 

Eröffnung: Sonntag, 8. November, 14.00 Uhr

Es sprechen Stephan Kelbert, Bürgermeister der Stadt Michelstadt, Frank Matiaske, Landrat des Odenwaldkreises, Moritz Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen und Dr. Thomas Wurzel, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Gottfried Kößler, Fritz Bauer Institut, führt in das Thema der Ausstellung ein.

Helge Heynold liest aus Dokumenten zum Thema.

Die musikalische Umrahmung übernehmen Irith Gabrieli und Hans-Joachim Dumeier.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Gesetzen und Verordnungen, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten. Sie stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden. Sie zeigt, wie das »Deutsche Reich« durch die Reichsfluchtsteuer, zahlreiche Sonderabgaben und schließlich durch den vollständigen Vermögenseinzug sowohl an denen verdiente, die in die Emigration getrieben wurden, wie an jenen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten. Nach den Deportationen kam es überall zu öffentlich angekündigten Auktionen aus »jüdischem Besitz«: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer. 

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Filmvorführungen, Stadtrundgängen und Vorträgen begleitet. 

Das Bündnis "Odenwald gegen Rechts" ist mit folgenden Beiträgen am Begleitprogramm zur Ausstellung beteiligt:

19.01.2016 Vortrag von Ramona Dehoff, Leiterin der Gedenkstätte Osthofen. Thema "Häftlinge des Konzentrationslagers Osthofen aus dem Kreis Erbach" Historisches Rathaus Michelstadt, 19.00 Uhr

Filmvorführung "Im Labyrinth des Schweigens", die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse

28.01.2016 Schulveranstaltung im Gymnasium Michelstadt

02.02.2016 Abendveranstaltung in den Erbacher Lichtspielen, Erbach, 19.00 Uhr, Eintritt 3€

An beiden Terminen werden Gottfried Kößler, stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts, und vier Zeitzeugen nach dem Film zum Gespräch zur Verfügung stehen.

21.01. - 11.03.2016 "Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt" Ausstellung im Landratsamt des Odenwaldkreises, Erbach.