Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt in Deutschland seit 1990

21. Januar bis 11. März 2016 Landratsamt des Odenwaldkreises Michelstädter Str. 12,  64711 Erbach, Öffnungszeiten: Mo., Di., Do., Fr. 8 – 12 , Do. 14 –17.30 

Ausstellungseröffnung: 21.01.2016 , 17.30 Uhr

Die Todesopfer der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) sind einer breiten Öffentlichkeit bekannt, auch an die tödlichen Brandanschläge von Mölln und Solingen erinnern sich noch viele. Aber wer weiß heute noch, dass der 17-jährige Schüler Nihad Yusufoglu am 28. Dezember 1990 in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) sterben musste, weil ein gleichaltriger Naziskinhead ihn mit einem Messerstich ins Herz tötete?

Über 180 Menschen fielen seit  1990 rechter Gewalt zum Opfer. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz ist, manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen.

Die Ausstellung „Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt seit 1990“ ruft diese Menschen in Erinnerung und thematisiert zugleich die anhaltende Verdrängung rechter Gewalt.

Diese Auflistung möchte den vielen kaum bekannten Opfern einen Namen geben und öffentlich machen, dass sie nicht Opfer eines "normalen" Gewaltverbrechens wurden.
Oft waren die Täterinnen und Täter in rechtsextremen Gruppen organisiert und sind mit ihrer Tat einer rassistischen und menschenfeindlichen Gesinnung  gefolgt.

Zunehmende rassistische Äußerungen auch aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft bereiten den Resonanzboden für gewalttätige Übergriffe von Neonazis. Es liegt an uns allen, eindeutig bei jeglichen Äußerungen und Handlungen Rassismus als solches zu entlarven und Widerstand zu leisten. Eine offene und freie Gesellschaft benötigt vor allem für sie tätige und aktive Menschen.

Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem des Opferfonds CURA der Amadeu-Antonio-Stiftung und auf Zeitungsartikeln. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  

Es ist zu vermuten, dass die Dunkelziffer, insbesondere bei Morden an Obdachlosen, sehr hoch ist.  

Die Ausstellung wurde erstellt vom Bündnis „Odenwald gegen Rechts“