Häftlinge des Konzentrationslagers Osthofen aus dem Kreis Erbach

Vortrag von Frau Ramona Dehoff, Leiterin der Gedenkstätte Osthofen
am 19. Januar 2016 um 19.00 Uhr
im Historischen Rathaus in Michelstadt, Markt 1

Mit Errichtung des „frühen“ Konzentrationslagers des Volksstaates Hessen wurde eines der ersten staatlichen Konzentrationslager im Deutschen Reich geschaffen. Das Lager diente vor allem dazu, politische Gegner, aber auch andere missliebige Personen aus dem Volkstaat auszuschalten, in dem man sie „mundtot“ machte. Ca.dreitausend Gegner des NS-Regimes, allen voran Mitglieder der KPD, der SPD und Gewerkschafter, aber auch Angehörige des Zentrums, Zeugen Jehovas, Sinti und weiterer Gruppierungen waren in Osthofen inhaftiert. Die Häftlinge kamen aus den drei Provinzen des Volksstaats: Rheinhessen, Oberhessen und Starkenburg.

Im Juli 1934 wurde das KZ Osthofen als eines der letzten „frühen“ Konzentrationslager aufgelöst. Viele ehemalige Häftlinge hielten sich in der Hoffnung, dass die NS-Diktatur nur kurze Zeit andauern würde, nach ihrer Entlassung mit politischen Aktivitäten zurück. Andere flohen ins Exil oder kämpften in Spanien gegen das faschistische Franco-Regime. Für die meisten jedoch war der Terror nicht zu Ende. Sie wurden von der Gestapo beobachtet, wiederholt verhaftet und verhört. Einige kamen später erneut in Konzentrationslager oder andere Haftstätten und wurden dort ermordet. Andere mussten während des Zweiten Weltkrieges in den „Strafkompanien 999“ dienen.

 

In dem Vortrag von Ramona Dehoff sollen vor allem die Häftlinge des Konzentrationslagers Osthofen aus dem Kreis Erbach näher beleuchtet werden.