Erbacher Häftlinge im Konzentrationslager

OE, Michelstadt 18.01.2016

NAZITERROR

Ramona Dehoff hält Osthofen-Vortrag im Michelstädter Rathaus

MICHELSTADT - (est). Von der Geschichte der Häftlinge des Konzentrationslagers Osthofen, vor allem von denen aus dem Kreis Erbach, berichtet Ramona Dehoff, Geschäftsführerin des Fördervereins Projekt Osthofen, am Dienstag (19.) ab 19 Uhr im Historischen Rathaus Michelstadt.

In Osthofen wurde 1933 eines der ersten staatlichen Konzentrationslager im „Deutschen Reich“ errichtet. Ungefähr 3000 Gegner des NS-Regimes, allen voran Mitglieder der KPD, der SPD und Gewerkschaftler, wurden dort inhaftiert.

Auf der Grundlage einer „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ hatte der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen, Werner Best, zum 1. Mai 1933 die Schaffung des Konzentrationslagers Osthofen bei Worms angeordnet. Dort hatten bereits Anfang März 1933 örtliche Nationalsozialisten eine leer stehende Papierfabrik beschlagnahmt und als Konzentrationslager genutzt. Im Juli 1934 wurde das KZ Osthofen als eines der letzten „frühen“ Konzentrationslager aufgelöst. Viele ehemalige Häftlinge hielten sich mit politischen Aktivitäten nach ihrer Entlassung in der Hoffnung zurück, dass die NS-Diktatur nur kurze Zeit andauern würde. Andere flohen ins Exil oder kämpften in Spanien gegen das faschistische Franco-Regime. Für die meisten jedoch war der Terror nicht zu Ende. Sie wurden von der Gestapo beobachtet, wiederholt verhaftet und verhört. Einige kamen später erneut in Konzentrationslager oder andere Haftstätten und wurden dort ermordet. Andere mussten während des Zweiten Weltkriegs in den „Strafkompanien 999“ dienen.

Im Programm von „Legalisierter Raub“

Veranstalter des Vortrags von Ramona Dehoff am Dienstag (19.) ab 19 Uhr im Historischen Rathaus von Michelstadt ist „Odenwald gegen Rechts“. Er gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“, bis zum 28. Februar präsentiert vom Hessischen Rundfunk und dem Fritz-Bauer-Institut im Odenwald- und Spielzeugmuseum Michelstadt.