Stellungnahme von „Odenwald gegen Rechts“ zu den Flüchtlingen

                                                              

März 2016

 Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit den geflüchteten Menschen, die zu uns kommen!

Warum fliehen diese Menschen?

Sie fliehen vor Kriegen und Bürgerkriegen, vor politischer und rassischer Verfolgung und vor Gewalt und Folter. Sie fliehen aber auch, wenn sie in ihrem Land keine Perspektive mehr haben für ihre Zukunft und ihr Überleben.                                                                                                        Dies wird einerseits ausgelöst durch Klimakatastrophen, wie Dürren und Überschwemmungen, welche die Existenzgrundlage vernichten.  Andererseits aber auch durch eine massiv ungerechte Wirtschaftspolitik der Industriestaaten -  zum Beispiel mittels einseitiger „Freihandelsabkommen“,  mit der Folge der Zerstörung lokaler Wirtschaftskreisläufe  und unmenschlicher Ausbeutung in vielen Teilen der Welt. Letztlich verantwortlich ist aber auch der Einsatz von Kriegswaffen, produziert in Deutschland als drittgrößtem Waffenproduzenten der Welt.

Menschen, die ihr Leben auf der Flucht riskieren, damit zu stigmatisieren als ob sie nur fliehen, um von unserem sozialen Netz zu profitieren, das heißt sie als „Sozialschmarotzer“ zu bezeichnen, ist pervers, widerlich und geht an der Wirklichkeit vorbei.

Es hat Regierungen in Europa und viele der Menschen hier wenig berührt oder nicht interessiert, dass z.B. in Syrien mehr als 250.000 Menschen in den letzten Jahren umgebracht wurden. Erst als zehntausende Menschen keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben als zu fliehen, war die Aufregung plötzlich groß, obwohl die Flüchtlingsbewegungen klar vorhersehbar waren!

Das Recht auf Asyl ist ein Grund- und Menschenrecht. Odenwald gegen Rechts verteidigt dieses Recht gegen rassistische und fremdenfeindliche Angriffe. Erschreckend viele Menschen sind empfänglich für die Verleumdungen und Hetzparolen der rechten Scharfmacher, die mit dem Vokabular aus der Mottenkiste des Faschismus Dummheit und Vorurteile schüren und unsere gelebte Demokratie in Frage stellen. Dem treten wir entschieden entgegen.

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Millionen Flüchtlinge aus den Deutschen Ostgebieten auch Hetztiraden ausgesetzt. Die vertriebenen Deutschen waren in Westdeutschland längst nicht überall willkommen.

Wie sich die Bilder gleichen!

Heute blicken wir auf das unbeschreibliche Leid der geflohenen Menschen und heißen sie in unserem Land willkommen. Gemeinsam mit vielen anderen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen unterstützen wir sie dabei, sich in ihrer neuen Lebenslage zurecht zu finden, um sich möglichst bald integrieren zu können.

Nicht Grenzen, sondern Menschen müssen geschützt werden!

Setzen Sie sich mit uns für eine Gesellschaft ein, in der für Rassismus und Menschenverachtung kein Platz mehr ist!