„Warum ich erzähle…“

 

   Foto: Bistum Mainz    

  

 Wenn die Jüdin Maria Stroińska aus ihrem Leben erzählt, hört man eine Stecknadel fallen. Sie hat als Kind den Holocaust überlebt und setzt sich heute unermüdlich als Mahnerin ein, damit das oft gehörte „Nie wieder“ keine Floskel bleibt.          

Auch in diesem Jahr werden Überlebende aus KZs und Ghettos als Gäste des Maximilian-Kolbe-Werkes und der Diözese Mainz Schülerinnen und Schülern in zahlreichen Schulen des Odenwaldkreises ihre Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus schildern.

Um Interessierten auch außerhalb der Schulen die Möglichkeit zu geben, an den Erfahrungen dieser Menschen teilzuhaben, laden die Initiative ,,Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun", der DGB-Kreisverband Odenwald, die DGB-Jugend Odw., Pax Christi sowie das Evangelische und Katholische Dekanat Odenwald zu einer öffentlichen Veranstaltung mit Maria Stroińska ein.

Maria Stroinska wurde am 31.12.1932 in Warschau geboren. Der Tag des Kriegsausbruches war für sie der erste Schultag. Sie lernte in einer Schule, die von Ordenschwestern geführt wurde. Hier blieb sie bis zum Juni 1944. Im August 1944 brach der Warschauer Aufstand aus. Sie wurde verhaftet und im Lager Pruszków interniert. Von dort aus deportierte man sie am 12. August 1944 in das KZ Auschwitz, wo sie bis zum 17.01.1945 inhaftiert blieb. Von dort aus wurde sie nach Blankenburg deportiert, wo sie bis Kriegsende zur Enttrümmerung einer Süßigkeitenfabrik eingesetzt wurde. Im Mai 1945 kehrte sie in Güterwagen nach Warschau zurück. Sie fand ihre Mutter wieder, die damals schwer krank war. In Warschau arbeitete sie bei der Enttrümmerung der Stadt und ging weiter zur Schule. Sie beendete die Schule, studierte Pädagogik und wurde Lehrerin. 

Sie war das ganze Leben ehrenamtlich tätig, zumeist in Bereichen, die mit ihrem Beruf als Lehrerin zu tun hatten. Als Pensionärin engagiert sie sich heute im Häftlingsverband. Maria Stroińska interessiert sich für alles, was in der Welt geschieht. Darüber hinaus liest sie gerne historische Bücher.

Über ihre Erlebnisse berichtet sie

am Dienstag, den 20.03.2018 um 19.30 Uhr im Kloster Höchst,

Kirchberg 3, 64739 Höchst.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.