Feierliche Auszeichnung im Frankfurter Römer

Preisverleihung für Preisträger im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2009" aus Hessen und Thüringen - darunter ein Projekt aus dem Odenwald

Im Kaisersaal des Frankfurter Römer wurden am Montag, den 22. November, zehn Preisträger aus Hessen und Thüringen im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2009" ausgezeichnet. Geehrt wurde dabei das Odenwälder Projekt „Aufklärung gegen Rechtsextremismus“, das vom „Der Runde Tisch – Aktionskreis für internationale Verständigung“ aus Reichelsheim gemeinsam mit dem Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ und der „Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße“ von November 2008 bis Juni 2009 in Reichelsheim durchgeführt wurde. Das Projekt umfasste zwei Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie eine 10-tägige Ausstellung.  Der Vortrag von Manfred Forell „Wölfe im Schafspelz“ klärte über das Erscheinungsbild der „Neuen Rechten“ und ihrer Organisationsformen in unserer Region auf. Die Bedeutung von Symbolen, Codes, Kleidung und rechtsextremer Musik wurde anhand von Bild- und Tondokumenten erläutert.  Dr. Rainer Becker (Uni Marburg) brachte mit dem zweiten Vortrag den zahlreichen Zuhörern die „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ anhand der Fragestellung: Was macht die rechte Szene für Jugendliche so attraktiv? nahe.  Die  Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ – zusammengestellt vom VVN/BDA – vermittelte einen umfassenden Überblick über das Gesamtthema Neofaschismus und zeigte mit Rückblenden eindrucksvoll, dass sich die heutige rechte Ideologie vom historischen Faschismus nicht unterscheidet. Ziel aller drei Veranstaltungen war es, die Menschen in unserer Region für die Machenschaften der Neuen Rechten zu sensibilisieren und die Gefahr, die damit für unsere Demokratie verbunden ist, aufzuzeigen. Durch die Unterstützung der Gemeinde, der Kirchengemeinden, der Schulen und der Jugendarbeit erhielt das Projekt eine breite gesellschaftliche Basis.

 Der Wettbewerb, der vom Bündnis für Demokratie und Toleranz  (BfDT) jährlich durchgeführt wird, ist ein wichtiges Mittel, um deutschlandweit die zahlreichen und vielfältigen Beispiele für zivilgesellschaftliches Engagement zu sammeln und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Nachahmbarkeit und der Vorbildcharakter der Projekte.  Mit den öffentlichen Preisverleihungen werden die zivilgesellschaftlich Engagierten in ihrem Einsatz für eine offene und tolerante Gesellschaft gestärkt und ihre Leistung gewürdigt. Gemeinsam mit dem Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main Christof Warnke und Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) ehrten die Beiratsmitglieder Prof. Dr. Thomas Olk und Prof. Dr. Wolfgang Benz die Preisträger. Annemarie Knichel vom Runden Tisch, Reichelsheim und Irmhild Rittmeyer vom Bündnis Odenwald gegen Rechts nahmen die Auszeichnung entgegen